ZUSANE

52.402 14.104 / Gutshof 2, 15518 Neuendorf im Sande / Anfahrt

Seit bald drei Jahren arbeitet eine Gruppe aus über 25 Erwachsenen mit Kindern und vielen Helfer*innen daran, den alten Gutshof Neuendorf im Sande mit Leben zu füllen und neue Räume zu schaffen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Trias und der Terra Libra GmbH konnte der Verein Zusammen in Neuendorf S.A.N.D.E. e.V 2018 das Grundstück der Preisspekulation auf dem Immobilienmarkt dauerhaft entziehen. Schon jetzt bietet das Gut Platz für etwa 60 Personen. Den Wohnraum der dort schon seit langem lebenden Mieter*innen sollen erhalten und neuer Wohnraum durch Umnutzung und Neubau geschaffen werden.

In den zahlreichen ehemaligen Stallgebäuden des Geländes werden Handwerkstätten, Ateliers und einen Dorfladen sowie ein Ausstellungsort aufgebaut, regelmäßig finden Konzerte statt. Eine Holzwerkstatt hat bereits den Betrieb aufgenommen, weitere Gewerke, wie zum Beispiel eine Fahrradwerkstatt und eine Käserei sollen folgen. Auch das zum Projekt gehörige Ackerland wird als Gemeinschaftsgut betrachtet. Seit zwei Jahren bewirtschaftet das Bäuerinnenkollektiv Lawine als Teil der Gruppe die dazugehörigen 16 ha Land in Form einer solidarischen Landwirtschaft. Alle Betriebe auf dem Gelände haben unter anderem auch das Ziel, den Gutshof wieder zum Ausbildungsort für junge Menschen zu machen.

Der Gutshof war von 1932 bis 1941 eine Hachschara-Stätte, ein Ausbildungsort, der jüdische Jugendliche auf die Auswanderung nach Palästina vorbereitete. Die Nationalsozialisten funktionierten das Gelände jedoch nach 1941 zum Sammel- und Zwangsarbeitslager um, später diente es als landwirtschaftliche Arbeitsstätte für Kriegsgefangene. Zu DDR-Zeiten war das Gelände ein landwirtschaftliches Volkseigenes Gut. Seit 2018 bemüht sich der gemeinnützige Verein „Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V.“ darum, die Geschichte des Gutshofes aufzuarbeiten, zu dokumentieren und vor Ort der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.